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Donnerstag, 17. September 2015

Return to sender

Monat für Monat vergeht, aber die Mängel stehen! Ähnlich wie 3 Wetter Taft in den 80ern.
Die Dummen sterben ja bekanntlich nie aus, aber auch diesen Monat will nicht ich der Dumme sein, obwohl sie es immer wieder mit mir versuchen.

Der offene Mangel:

- Die fehlende Dokumentation des Heizungswassers gem. VDI2035

HvH hatte zwischenzeitlich die Dokumentation für das Heizungswasser geschickt ... dachten Sie:

Es gibt so diese Momente wo man nicht genau weiß, soll man jetzt lachen oder weinen. Das war wieder einer dieser Momente. In dem oben aufgeführten Link steht ja ziemlich deutlich, was erbracht werden muss seitens des Anlagenbauers, da fragt man sich in so einem Augenblick: "Wollen die mich testen oder sind die so ... dreist?"
  1. Das Wasser wurde zwar am 05.02.2015 in die Anlage befüllt, danach aber getauscht.
  2. 13,8° dH entspricht der Härte des Wassers in Krefeld OHNE Aufbereitung
  3. Das Gesamtvolumen der Anlage beträgt 112 Liter? Was genau haben die befüllt? Das erste Mal macht sich Panik in mir breit. Ich renne zügig in den Hausanschlussraum und schaue überall rein wo sich 112 Liter nicht aufbereitetes Wasser verstecken könnten. Nix gefunden, Erleichterung für den Augenblick.
  4. Schauen wir noch einmal oben, da steht Rotex HPSU compakt (erst mit C, dann mit K) 508 HK (da ist das K schon wieder) 6-8 (haben als Außengerät 6kW, aber ok, lasse ich gelten, da uns nur das Innengerät interessiert). Ok, ich bin ein Korinthenkacker, wird man aber auch in so einem Fall, es heißt also richtig: Rotex HPSU compact 508 h/c (das h/c steht für heating/cooling und compact weil sie das Ding sicher so auch im Vereinigten Königreich und sonstwo verkaufen) 6kW.
Die kleinere Anlage Rotex HPSU 308 hat ein Fassungsvermögen von 300 Litern. Der Fuchs in uns sagt uns nun, dass unsere Anlage 500 Liter Fassungsvermögen haben muss. Wenn wir dann noch die Fußbodenheizung dazunehmen und diese auch noch einmal 112 Liter hat, wie dort angegeben, so macht das summa summarum 612 Liter. Ich will da jetzt auch nicht um 10-20 Liter streiten, aber wenn man jetzt die 612 Liter nimmt und die durch die 6kW teilt, so kommt man auf 102 Liter/kW.

Jetzt schauen wir wieder in die VDI2035 und dort in der Tabelle steht dann unter "Gesamthärte in °dH >50l/kW" = 0,11°dH, dann weiß man, dass das Wasser nicht fachgerecht aufbereitet wurde.
Gut, jetzt kann man den 500 Liter Speicher auch schnell übersehen, ist er ja schließlich "compact".

Ein netter Kerl wie ich einer bin mache ich die Anfrage bei Rotex für HvH und den Heizungsbauer und bekomme zurück: "Die Aufbereitungspflicht besteht für den Heizkreisbereich und für den Warmwasserbereich, obwohl dies ja das gleiche System ist, denn lediglich ein Dreiwegeumschaltventil entscheidet ob Heizung oder Warmwasser aufbereitet wird. Hinzu müsste auch, wie in Ihrem Fall, der drucklose Bereich im Speicher aufbereitet werden."


Gut, nix anderes erwartet, also "Return to sender". Die anderen Mängel leben natürlich auch noch in friedlicher Koexistenz mit uns.

Weiter ging es dann mit dem Pflastern der Terrasse und der Einfahrt. Leider sind wir hier nicht so schnell voran gekommen, da ich immer nur nach der Arbeit etwas machen konnte und die Tage doch deutlich kürzer werden und die Regenzeit deutlich länger. Weiter fehlte uns Split und eine Palette Steine für die Terrasse fehlten, obwohl bestellt.
Der Zaunbauer war auch da und hat das letzte Stück Zaun gesetzt. Genug der Worte, lassen wir Bilder sprechen:


Montag, 16. März 2015

Unter anderem: Die Hausübergabe!

Anfangen möchte ich heute mal wieder mit einem Lied, einem Klassiker aus den 80er Jahren, weil es so schön passt: The Final Countdown
Der Grund: Das Unternehmen Hausbau neigt sich dem Ende, zumindest der Teil mit der Beteiligung von HvH, alles weitere sollte dann in unseren Händen liegen.

Aber springen wir erst noch einmal ein paar Tage zurück, der Fliesenleger hatte schon im EG größtenteils Fliesen gelegt und es fehlte nur ein Stückchen Flur sowie ... das Bad mit seinen Kletterwänden. So sah eine davon aus:


Sie war wahrlich keine Schönheit, aber der Fliesenleger hat immer an sie geglaubt, hat Ihr Wediplatten und ein neues Kleid aus Fliesen verpasst und siehe da:


Man sah, es passierte etwas, vom hässlichen Entlein ... zur dreckigen kleinen Schamwand, was für ein Wandel! Von außen sah das Ganze dann später so aus:


Es wird also! Im EG wurde dann zwischenzeitlich auch die Keramik für unsere Gäste installiert, da werden sie sich freuen.


Wenn die Fachleute für Sanitärtechnik da sind, dann ist der Heizungsbauer auch nicht fern, gleiche Firma gleich Leute. Also haben wir auch endlich unsere zwei fehlenden Heizkörper bekommen! Ein Traum in weiß und gut verpackt zur Abholung, HK 33/600/1200 und HK 22/600/1200. Hersteller soweit ich weiß Centara Galant. Für kleines Geld abzugeben. ;-)


Diese Altbaumonster wollten Sie uns in die Bäder stellen um bei 35°C Vorlauf der Heizung auf die 24°C in den Bädern zu kommen. Bei 70°C Vorlauf kommen die guten Stücke auf:

HM Galant 5-Anschlüsse 22 T-100 H-600 L-1200  = 1574W
HM Galant 5-Anschlüsse 33 T-150 H-600 L-1200  = 2238W

1574W + 2238W = 3812W

Wir könnten also unsere Heizlast des Hauses mit diesen beiden Heizkörpern decken, wenn wir mit 70°C Vorlauf fahren.
Ok, genug der Frotzeleien.

Dann kam auch einmal Arbeit auf den Bauherren zu: Netzwerkverkabelung auflegen. Kein schöner Job, aber im Wohnzimmer fand ich das noch ganz gut, hat dort auch alles gut geklappt.


Im Arbeitszimmer kam dann leider die bittere Enttäuschung. Nicht eine Ader des Duplex Kabels ging. Das war das kürzeste Kabel welches wir verlegt haben, parallel zu dem Kabel des Wohnzimmers, wo alle Adern einwandfrei laufen. Verlegt im Kabelkanal, kann also eigentlich nichts passieren, denn so ein Kabel trennt man nicht mal eben, wenn man dagegen kommt. Da war ich dann wirklich bedient, denn der Verdacht liegt nahe, dass das schon jemand durchtrennt haben muss ...

Weiter ging es dann heute mit der Bauabnahme. Zeitgleich hat der Sanitärfachmann noch die fehlende Keramik im OG installiert und der Silikonmensch hat alles was an beweglichen Fugen in und am Haus existiert gelegt. Der Heizungsbauer hat derweil das komplette Heizwasser ausgetauscht.

Bei der Begehung kamen dann noch solche Leckerchen im Kinderzimmer unseren Sohnes zum Vorschein:


Es sieht größer aus wie es ist. Es sind vielleicht 3-4 cm, trotzdem will man so etwas nicht haben, schon gar nicht im Kinderzimmer. Weiter haben wir die Wände des kompletten OG bemängelt, da hier nicht in Q3 gespachtelt wurde, vor allem nicht an den Rigipsplatten.
Weitere Mängel die wir aufgenommen haben:

  • Kratzer an 2 Fenstern die getauscht werden müssen
  • Ein Rolladen fährt nicht komplett runter
  • Dachverklammerung am Ortgang fehlt
  • Bodenluke immer noch undicht
  • Die Fuge zwischen Gipskarton und Mauerwerk wurde verpachtelt, diese muss entfernt werden.
  • Dokumentation Fundamenterder fehlt gemäß DIN 18014
  • Einweisung, pneumatischer Abgleich und Inbetriebnahme der Lüftungsanlage fehlt
  • Hydraulischer Abgleich wurde angeblich durchgeführt, Dokumentation fehlt
  • Nachweis für die Wasserqualität in der Heizung
  • Stromkostenerstattung für das direkt elektrische Aufheizen des Estrichs
  • Nachweis für die Verlängerung der Garantie des Estrich im OG
  • Silikonfugen zum Zeitpunkt der Abnahme nicht fertig gestellt
  • Die Leitungs- und Rohrdurchführungen im Hausanschlussraum wurden verschlossen aber die Leitungen und Rohre wurde nicht entkoppelt
Es fehlt in diesem Zusammenhang die fehlerfreie Heizlastberechnung - beim Schreiben aufgefallen - Skandal!

Wir haben uns mit HvH auf einen Betrag geeinigt, den wir bis zu Beseitigung der Mängel zurückhalten werden. Im Vorfeld wurde noch der Blower-Door-Test gemacht. Zu meiner Verwunderung hat den die Bauleiterin selbst durchgeführt. Etwas skeptisch ist man da schon, wenn das Bauunternehmen den selbst durchführt aber ok. Im Test konnte der geforderte Wert von n50 = 1,5 1/h deutlich unterboten werden. Unser Wert liegt bei n50 = 0,75 1/h.
Passivhäuser liegen bei n50 = 0,1 bis 0,6 1/h. Ich denke also mit dem Wert können wir sehr zufrieden sein. Ihr Hund hat den Test nicht beeinflusst, hoffe ich. Aber vielleicht handelt es sich auch um einen sehr seltenen Differenzdruck Ausgleichshund, um das Ergebnis positiv zu beeinflussen? ;-)


Abschließend gab es dann von HvH die obligatorische Flache Champus:


Damit schließe ich für heute. Bilder in besserer Qualität werden nachgereicht. Der Termin hat heute 4,5 Stunden gedauert. Wenn ich bedenke, dass sie vorher um 11:00 Uhr eine Übergabe hatte und dann um 13:30 Uhr bereits bei uns war, dann muss das andere Haus ja Top sein.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass wir einmal mehr froh waren einen Sachverständigen mit an Board zu haben. Dieser hat uns sehr gut unterstützt und beraten. Kann ich nur empfehlen!

Dienstag, 17. Februar 2015

Einen "Full House" mit Asse und Königen!

Der Big Blind bestand aus 7 Mängeln die ich setzen musste. Hoch gepokert hatten wir ja nicht, aber heute hatte ich dann doch endlich mal Glück und einen "Full House" auf der Baustelle:

Die Asse:
 - Bauleiterin
 - Heizungsbauer
 - Trockenbauer

Die Könige:
 - Fliesenleger
 - Elektriker

Die Asse hatte ich ja schon häufiger auf der Baustelle, aber dabei noch die Könige zu bekommen war schon echtes Glück. Die Chancen auf einen Full House liegen immerhin nur bei 0,14% !

Mein Gegenspieler guckte wie Pik 7, traute sich aber nicht um weitere 7 Mängel zu erhöhen und hat gepasst, somit hatte ich gewonnen:

Es ging also los am späten Nachmittag mit der Einweisung des Heizungsbauers der heute endlich das Außengerät installiert hat. Das Gerät entspricht dem Äußeren nicht gerade einer Herz Dame es ist eher der Kreuz Bube oder Bauer wie wir sagen, aber es arbeitet unerbitterlich:



"Straight" von der Einweisung ging es zur Mängelbegutachtung und ich bekam einen "Flush", denn die Trockenbuben Trockenbauer waren endlich richtige Handwerker, zumindest machen sie den Eindruck. Es wurden bereits selbstständig Mängel ausgebessert die ich bisher nicht gesehen hatte, wir konnten uns alle problemlos unterhalten und es wurden alle weiteren Mängel begutachtet und angegangen. Ersteindruck: Sehr gut!
  • Kondenswasserbildung unter der Dampfsperre durch fehlende Dämmung - nachgedämmt
  • Kondenswasserbildung an dem Abluftrohr/Fallrohr der Wanne - wird gedämmt
  • Undichte Dachbodentreppe - Nachgedämmt und die Dichtung wird repariert
  • Der Riss in der Ankleide der mit Sicrall geflickt und gerissen war - nachgedämmt, wird verklebt
  • Kondenwasserbildung oberhalb des Veluxfensters - Komplett erneuert, inkl. Dämmung
Das waren die ersten zwei Asse, jetzt das Dritte: Die Bauleiterin hat mir dann mitgeteilt, dass die mit Leitungswasser befüllte Wärmepumpe natürlich noch einmal korrekt befüllt wird mit aufbereitetem Wasser.

Dann kamen die Könige: 
Der Elektriker hatte heute bereits angefangen Steckdosen und Schalter zu setzen, der Sicherungsschrank hing auch bereits. Aber sie konnten wohl noch nicht sagen wann der Zähler kommt.
Mit dem Fliesenleger habe ich dann heute alle Details geklärt und er hat auch bereits angefangen mit dem Dichtanstrich in den Bädern und wird auch bald schon mit den Wandfliesen anfangen.

Als Abschluss bleibt noch ein nettes Anekdötchen:
Vor sechs (In Zahlen: 6) Monaten haben wir bei dem Heizungsbauer ein Angebot angefragt für ein Funkraumthermostat von Rotex. Heute, also 6 Monate, eine Wintersonnenwende, mehre Monde, mehrere Entwicklungsstufen meines Sohnes und den Bayern als Herbstmeister später haben wir endlich ein Angebot erhalten für das Funkraumthermostat.
Ein Angebot mit Preis für das Thermostat, mit dem Vermerk: "Wir weisen darauf hin, dass es sich bei der angebotenen Position nur um die Lieferung des Materials handelt. Der Einbau erfolgt bauseits."
Ganz im Ernst, wer würde sich da nicht verarscht fühlen oder? Ich bestelle bei dem Heizungsbauer ein Thermostat und soll es selbst verbauen, mit Eingriff in die Heizungsanlage? WTF?



Mittwoch, 11. Februar 2015

Ein Mängelchen in Ehren kann niemand verwehren

Röggelchen = Werden im Kölschen zwei Brötchen genannt die die Form eines Hintern haben.
Föttche = Wird im kölschen ein kleiner Hintern genannt
Mängelchen = Verniedlichte Form des Mangels, wird gerne eingesetzt um den Mangel klein zu halten ... oder die Emotionen.

Was haben die drei "che" gemeinsam? Alles für'n Ar... aber mit der ersten beiden kann man mehr anfangen.

Momentan sind wir mehrmals täglich am Lüften, da die Heizung ja läuft.
Direkt elektrisch. Im günstigen Baustromtarif. Bei gekippter Tür. Ein Träumchen, denn der große Traum ist ja, dass das Haus bald mängelchenfrei ist.

Was ist schlechter als eine Abluftwärmepumpe? Eine Luft-Wasser Wärmepumpe die rein über den Heizstab heizt. Der Grund ist einfach, ohne Splitgeräte geht es nun einmal nicht effektiver.

Aktuell hat die Heizung seit der Inbetriebnahme letzte Woche knapp 1000 kWh verbraucht. Ich kann jetzt nicht genau sagen was die SWK pro kWh verlangt, aber gehen wir mal von 30 Cent aus.
300€ für eine Woche, herzlichen Glückwunsch! Und warum? Weil es offensichtlich zu schwer war auch einen Kältemitteltechniker einzuladen, um mit ihm die Inbetriebnahme des Splitgeräts zu zelebrieren. Natürlich wurde uns aber die Heizungsinstallation bereits komplett in Rechnung gestellt.

Also haben wir einen Teil der Rechnung einbehalten und HvH mitgeteilt, dass wir die Heizkosten nicht zu 100% übernehmen werden.

Dann habe ich mir ein paar Teststäbchen zur Bestimmung der Wasserhärte besorgt um zu testen ob die Heizungsanlage wenigstens korrekt befüllt wurde. Rotex sagt, dass die Anforderungen der VDI 2035 beim Befüllen der Anlage einzuhalten ist. --> Anforderungen

Die Heizung hat mit Speicher und den Heizkreisläufen ca. 700-750 Liter Wasser. Bei der Leistung der Heizung mit 6 kW kommt man also locker auf  >50 Liter pro kW. Somit sollte die Härte des Wassers also bei <0,11°dH liegen. So genau kann ich damit nicht messen, aber schauen wir mal die Tendenz:


Die Stadtwerke geben an, dass der Wert um 13°dH liegt. Er liegt aber irgendwo zwischen 10°dH und 15°dH. Es zeigt aber, dass der Wert definitiv nicht bei unter 0,11°dH liegt.

Durch das gute Heizverhalten des Heizstabes ist es im Haus teilweise sehr warm. Da offenbaren sich dann natürlich auch alle Stellen an denen nicht gut gedämmt wurde:


Gut zu sehen wie zwischen den Balken etwas Dämmung fehlt und dadurch Kondensat entsteht. Der Durchgang des orangen LAN-Kabels ist auch sehr professionell verklebt... Das Kabel habe ich gelegt, konnte es am nächsten Tag aber nicht mehr fachgerecht verkleben weil der Trockenbauer schon die Rigipsplatten angebracht hatte. Auf meine Nachfrage ob er das ordentlich verklebt hätte könnt Ihr euch wohl vorstellen was er gesagt hat. Sinngemäß: Super verklebt.
Ich hatte daraufhin die Stelle von oben mit Vario DoubleFit von Isover verklebt, aber an den Tropfen ist zu erkennen, dass ich wohl noch einmal ran muss.

Von diesen feuchten Stellen gibt es ein paar, besonders ärgerlich ist aber diese Stelle:


Dies ist eine ca. 40 cm lange Stelle die mit Sicrall geklebt wurde. Es handelt sich hier um einen Riss oder einen Schnitt. Dahinter fehlt offensichtlich Dämmung so dass das Sicrall durchnässt war und gerissen ist, da die Stelle auf Spannung stand. Vermutlich auch der Grund warum es gerissen war. In jedem Fall kann man mit dem Finger durchgreifen.

Die Mängel sollen mit dem Rest behoben werden ...

Als letzten Punkt habe ich angefragt, ob die Abwasserrohre noch mit einem Isolierschlauch gedämmt werden, da hier auch eine starke Kondensatbildung vorhanden ist und diese gewiss auch später noch vorhanden sein wird...




Mittwoch, 4. Februar 2015

Lüften, Lüften, Lüften! Aber wofür?

Der Estrich ist da und hat seinen guten Freund die Feuchtigkeit mitgebracht! Daher fahren wir zur Zeit täglich mehrfach zur Baustelle um alle Fenster aufzureißen und die Luft auszutauschen.




Als guter Gastgeber öffnet man den Freunden seines Estrichs natürlich auch gerne mal Fenster und Tür. Nur das Problem ist, das ist eine Art von Freund die ein sehr gutes Sitzfleisch hat. Kennt ja sicher jeder von sich oder seinen Freunden, wenn es mal gesellig ist, dann will man nicht weiter ziehen.

So auch bei der Feuchtigkeit, bei den aktuellen Temperaturen von 0°C bis 5°C ist es schwierig das Wasser aus dem Haus zu bekommen. Warum ist das so?

Bei einer Temperatur von 0°C kann ein m³ Luft knapp 5g Wasser aufnehmen. Bei einem Gebäudevolumen von ~600m³ kann die komplette Raumluft also ungefähr 3 Liter Wasser aufnehmen. Wenn man jetzt bedenkt, dass hunderte Liter Wasser im Estrich sind, kann das also ziemlich lange dauern. Es kommt aber noch schlimmer, wenn man jetzt lüftet, dann hat die frische Luft ja nicht 0% Luftfeuchtigkeit. Momentan sind es eher bereits 70-90%, d.h. die komplette Luft im Haus kann also zusätzlich maximal 0,3 bis 0,9 Liter aufnehmen.
Was passiert also mit der Feuchtigkeit die aus dem Estrich kommt? Sie setzt sich an Fenstern, Wänden etc ab.
Es ist also wichtig, dass wir bald anfangen zu heizen, denn 20°C warme Luft kann schon 17g Wasser je m³ aufnehmen. Das wären bei 600m³ Luft bereits 10 Liter! Daher ist es auch wichtig zu heizen und zu lüften, zu heizen und zu lüften ... ich denke das Prinzip habt Ihr verstanden. ;-)

Nun braucht man dafür aber eine Heizung. Check, heute gekommen. Soweit so gut, dass man so etwas auch besser planen kann zeigt dann folgendes Bild:


Der Heizkreisverteiler ist nicht mehr ordentlich zugänglich. Kein Beinbruch, man kann die Werte noch ablesen und verstellen. 
Das Kabel welches davor liegt ist von der Heizung, da diese an den Baustrom angeschlossen ist. Dafür muss natürlich die Türe die ganze Zeit auf Kipp stehen. PCT Chemie sagt, dass man dies für Retanol Estrich in der Trocknungphase vermeiden sollte.

Beim lustigen Feudeln bzw. "Freunde des Estrichs" auflesen mit dem Lappen an den Fensterrahmen ist mir dann aufgefallen, dass meine besten Freunde vom Trockenbau doch tatsächlich auch mal einen Fehler in der Ausführung der Dachflächenfenster gemacht haben.
Es hatte sich Wasser oberhalb der Dampfsperre abgesetzt. Wahrscheinlich würde der Trockenbauer jetzt sagen: Wir haben super gearbeitet, ist halt eine Dampfsperre und keine Wassersperre.


Die Bilder sind schlecht, da ich sie mit dem Handy machen musste, aber man erkennt deutlich die Feuchtigkeit auf der Dampfsperre und die 3-4 Löcher die durch die Schrauben des Trockenbauers entstanden sind. Grund genug sich dieses Detail des Fensteranschlußes noch einmal genauer anzuschauen. In der Einbauanleitung von Velux für die Dampfbremsmanschette sieht man, dass die verstärkte Falz der Manschette in den Rahmen eingepresst wird. Leider war das an vielen Stellen nicht der Fall und beim Anheben der Falz kommt dann so etwas zum Vorschein:


Frei dem Handwerkermotto: Viel hilft viel!
Packt die erste Schraube nicht und bricht weg, dann setze noch eine und ärger Dich nicht. Ich habe dann die Falz überall ordentlich angedrückt und die Löcher ordentlich verklebt. Das passende Klebeband braucht ich ja ohnehin schon öfter... Am zweiten Fenster das gleiche Bild.

Von der Neugier gepackt wollte ich es wissen, mittlerweile fast dunkel nahm ich meine erfolgsverwöhnte Taschenlampe (mehrfache Testsiegerin beim Fehlerfinden auf der Baustelle) und schritt zur Dachbodentreppe! Wollte ich diese doch eigentlich nicht aufmachen in der "Regenzeit", musste ich jetzt aber den Weg wagen. Mit festem Schuhzeug, genug Batterien und dem Mut des Tüchtigen machte ich mich auf den Weg die Tropfsteinhöhle zu finden. 3 Sekunden später stand ich vor ihr. Die Dachtreppe tropfte und siffte vor sich hin. Nach dem Entriegeln wusste ich nicht was mich erwartet. Werden 100 Liter Wasser auf mich hinunter stürzen oder werde ich die Wüste Gobi bei Nacht vorfinden?
Nichts von beiden, aber es war deutlich zu erkennen, dass die Dichtung der Treppe an drei Stellen nicht dicht ist:


Oben der Dachboden, unten die Dampfsperre der OG-Decke zu erkennen. Hier sieht man sehr schön wie die Feuchtigkeit auf den Dachboden wandert. Glück dem der nur 5°C im Haus hat. (Wir erinnern uns, kalte Luft wenig Wasser)
Also Mängelrüge an HvH, muss dringend behoben werden bevor die Heizung in Betrieb geht. Die Mail wurde dann auch wieder länger.
Zum guten Schluss und ohne weitere Worte bleibt dann noch dieses Bild eines lebenden Feuchtraumbiotops:





Donnerstag, 29. Januar 2015

Fußbodenheizung, Estrich und die kleinen Dinge die den Alltag spannend halten.

Kurzzusammenfassung der Woche:
  • Lüftungsanlage - check
  • Fußbodenheizung - check
  • Strom, Wasser, Telekom und Graben geschlossen  - check
  • Estrich  - check
  • Begehung mit dem Tiefbauer für das Abwasser  - check
Im letzten Post kam ja die Frage ob die Lüftungsschächte mit den Wasserleitungen nicht zu hoch kommen. Dies kann ich verneinen, siehe Bild 1. Gemessen habe ich 67 mm. Die Höhe der EPS Dämmplatten mit 50mm und den 20mm starken Platten für das Vertackern der FBH reichen also aus.







Als dann alles verlegt war, sind mir allerdings die Ablufttöpfe für die Küche, Abstellraum und Gäste-Bad im OG aufgefallen, da diese eine Aufbauhöhe haben die mit 80 mm also über den EPS schauen:




Für schwimmenden Estrich gilt: "Schwimmender Estrich darf keinen direkten Kontakt zu aufgehenden Bauteilen oder Rohrleitungen aufweisen."
Dass der Verlegeabstand mit 25 cm deutlich zu weit ist, das geht natürlich nicht anders, das ist OK.
Es wurde an einem Abwasserrohr vergessen Dämmung anzubringen, die Zuluftkästen wurden nicht abgeklebt mit Dämmstreifen, das kann auch vorkommen und das kann der Estrichleger noch beheben, aber dies ist ein klarer Mangel, was mein Sachverständiger nach meiner Mail auch gleich der Bauleiterin mitteilte. Hier ging es dann um die Einhaltung der Aufbauhöhe etc pp.

Dass hier natürlich nicht alles umgeplant werden kann ist klar, das steht in keinem Verhältnis. Von daher wurde eine Lösung gefunden mit der wir jetzt leben können und die von unserem Sachverständigen als nicht optimal aber ok abgenickt wurde. Die Deckel wurden jetzt mit Ethafoamstreifen überklebt, so dass keine harten Kanten mehr vorhanden sind und der Estrich "smooth" an der Kante anliegt.
Weiter hat HvH die Gewährleistung für den Estrich und diese Abluftkanäle auf 10 Jahre erweitert.


In meiner heutigen Mittagspause hatte ich dann einen Termin mit dem Tiefbauer für den Abwasseranschluss. Dieser machte einen sehr guten Eindruck, gab allerdings zu bedenken, dass die Ausführung des Tiefbauers bis zur Straße nicht optimal war, er hat das Abwasserrohr direkt vor einem Gulli enden lassen. Wir hatten ja schon über Erfahrungen mit ihm berichtet, kein weiterer Kommentar.

Danach hab ich dann noch kurz die Zeit genutzt, um mit den Estrichlegern zu sprechen oder vielmehr zu verständigen. Wir hatten beide leider nicht die gleiche Muttersprache, wodurch er auch nicht direkt verstand was ich von ihm wollte.
Rüdiger Hoffmann sagte damals in seinem Comedy-Programm mit Übersetzung auf unsere Baustelle:

"Man kann den Duschvorgang verschimmeln lassen, MUSS aber nicht"
- Man kann die Abluftkästen ordentlich entkoppeln ,MUSS aber nicht"
"Nö, er hat das auch gleich eingesehen"

Zumindest hat er das gesagt. Nett wie ich bin, hab ich ihn dann natürlich gefragt warum das aus seiner Sicht nicht ordentlich gemacht ist.
Nö, er hat dann auch gleich eingesehen, dass er es nicht eingesehen hat. Also hab ich ihm kurz versucht zu erklären, was der Sinn ist den Estrich von den festen Teilen zu entkoppeln, das hat er dann wirklich eingesehen, zumindest nachdem die Anweisung dann auch noch einmal von der zugeschalteten Bauleiterin kam. Ich hoffe dann einfach mal, dass das behoben wurde und dass der Ethafoamstreifen noch bis zum Boden ging später, ich musste ja wieder "anne Schüppe"



HvH hat dann jetzt beim Estrich Retanol beimischen lassen, um die Belegreife im Februar zu erreichen, da der 19.03. sonst schon sehr knapp gewesen wäre. Ende nächster Woche soll dann die FBH in Betrieb gehen,allerdings nicht mit unserer Wärmepumpe, da der Hersteller angeblich derzeit alle WP zurückhält... stattdessen wird eine temp. Heizungsanlage installiert, vollelektrisch versteht sich, so macht heizen Spaß, das gilt es noch im Detail zu klären, weiter wie die Vorgaben von PCT eingehalten werden für das Verbauen von Retanol-Estrich bei Temperaturen von unter 5°C etc.

Weiter macht mir noch der Heizkreisverteiler im OG Kopfzerbrechen, hier ist ein Überstromventil verbaut. Angeblich dient dies zur Sicherheit damit die WP Ihren Mindestdurchfluss erreicht. Nur hat derjenige auch bedacht, dass die WP zumacht wenn der Rücklauf zu warm ist? Dann ist es der WP auch egal ob es im EG kalt ist.


Schönes Wochenende! 

Samstag, 24. Januar 2015

Da geht was ...

...nur halt später als geplant. Aber ... Hey! Ist ist doch nett, dass überhaupt etwas geht!

Mal im Ernst, so war es geplant:

19.01. Start des Heizungsbauers
20.01. Tiefbau für die Hausanschlüsse
26.01. Hoffentlich ein paar m³ Estrich - verteilt.

so kam/kommt es, darüber hatte mich unsere Bauleiterin am 19.01. informiert:

21.01. Start des Heizungsbauers
20.01. Tiefbau für die Hausanschlüsse
29.01. Estrich
Anfang/Mitte Februar: Entfernen der Rigipsplatten

Und wieder 3 Tage verloren, egal, laut unserer Bauleiterin liegt alles im Soll und der 18.03. steht nach wie vor. Lassen wir uns überraschen, schließlich hab ich auch gehört, dass der Heizungsbauer am 19.01. kommt und der Estrichleger am 26.01.

Wie abgemacht kam also am 20.01. der Tiefbauer und hat die Straße aufgerissen. Am nächsten Tag wurde dann auch bereits Wasser und Strom angeschlossen. Es fehlt hier nur noch die Telekom die Ihren Teil abschließt, dann haben wir dieses Kapitel abgeschlossen.
Am 21.01. kam dann auch die von HvH beauftragte Heizungs-/Sanitärfirma und hat mit der Installation der Sanitär- und Lüftungsanlage begonnen. Wie ich das bis jetzt beurteilen kann, arbeiten die Herren ordentlich und ich habe bisher keine Beanstandungen.

Sehr überrascht waren wir dann am Donnerstag Abend als wir auf die Baustelle kamen. Der Heizungsbauer war bereits weg, da es auch schon fast dunkel war und die Haustür stand offen. Beim Betreten sahen wir dann zwei Gestalten im Wohnzimmer, zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass der Heizungsbauer doch noch vor Ort war, also habe ich mir erst einmal den HAR angeschaut.

Als ich dann ins Wohnzimmer kam, musste ich doch mal in das Gesicht der Kollegen scheinen und da kann die LEDLenser M7 mit Ihren 400 Lumen schon recht hell sein, ich denke sie hatten 1 Minuten später noch einen schwarzen Punkt im Sichtfeld. ;-)

Auf die Frage von welcher Firma sie seien kamen nur ratlose Blicke und die Bitte doch auf Englisch zu sprechen, da sie kein Deutsch verstehen. Da setzte sich das Puzzleteil zusammen, denn vor dem Haus stand ein Container mit Rigipsplatten. Der albanische Trockenbau-Subunternehmer hatte also zwei Freunde/Bekannte/Verwandte/ Arbeiter abgestellt, um die schimmeligen Platten raus zu nehmen.

Die Ankündigung, wann das erfolgen sollte, hatte also mal wieder nicht gepasst, aber das kennen wir ja mittlerweile. Die Bauleiterin schrieb am nächsten Tag, dass sie Mittwoch vor Ort war und das spontan mit dem Bauleiter des beauftragen Trockenbauers beschlossen hatten. Uns war es egal, die Platten sind raus und die neuen sollen auch erst kommen wenn der Estrich trocken ist.

Weiter hatte ich noch eine spannende Email Konversation bezüglich der zusätzlichen Heizkörper im Bad und der aktuelle Heizlastberechnung. Wir haben uns jetzt entschlossen, dass wir gar keine zusätzlichen Heizkörper ins Bad einbauen werden um dauerhaft die 24°C gewährleisten zu können.

Stattdessen werden wir entweder elektrische Handtuchheizkörper, Infrarotheizung als Spiegel oder Heizlüfter einsetzen, um das Bad kurzfristig auf die 24°C zu bringen wenn wir sie benötigen.

Warum?

  • Handtuchheizkörper haben generell eine zu geringe Wärmeabgabe bei 35°C Vorlauf
  • Bedenken mit der Hydraulik, wenn ein Plattenheizkörper in eine Fußbodenheizung integriert wird, da unterschiedliche Rohrduchmesser etc.
  • Heizleistung der Plattenheizkörper bei 35°C Vorlauf zu gering (HvH hatte 22/600/1800 geplant.)
  • Leistung bei 75°C Vorlauf 2300W, bei 35°C grad noch um 230W. Noch Größere? Nein Danke! ->
  • Plattenheizkörper kommen ohnehin aus ästhetischen Gründen nicht in Frage
  • Wir benötigen nicht dauerhaft 24°C in den Bädern und wollen auch nicht die nebenliegenden Räume mitheizen über die Bäder.

Die Firma wird die Heizkörper also verpackt vor Ort stehen lassen und wir verkaufen sie. Das spannendste war aber einmal mehr mein Lieblingsthema der Heizlastberechnung. Ich habe endlich Version 4 bekommen! Am 4.11. hatte ich ja bereits geschrieben, dass damit mal wieder einiges nicht passte. Auf einmal war die Heizlast in dem Bad im EG gesunken. Ein findiger "Heizlastberechnungsersteller" hatte kurzer Hand die Temperatur des angrenzenden, nicht beheizten Raumes (HAR), von 15°C auf 20°C erhöht, weiter wurde die Zuluft, die in allen Abluft-Räumen mit 12°C angesetzt war auf 20°C gesetzt. So bekommt man natürlich eine wesentlich bessere Bilanz für diesen Raum. Ein generelles Problem der HLB, die 12°C Zuluft sind ausschließlich in den Ablufträumen angesetzt, obwohl dort die Zuluft aus den beheizten Räumen kommt. Die 12°C Zuluft kommt eigentlich in allen Zulufträumen. Luftdichtheit ist mit 1.0h-1 angegeben, nicht mit 1.5h-1.

Hab dann die HLB noch einmal bemängelt bei HvH, weite Punkte sind mir auf den ersten 4 Seiten aufgefallen die nicht entsprechend der DIN EN 12831 erfolgt sind, z.B.sämtliche Vereinbarungen:
  • Vereinbarungen, Temperaturen wurden nicht mit uns vereinbart
  • Vereinbarungen, Mindestluftwechsel fehlt in allen Räumen außer Diele
  • Vereinbarungen, Wiederaufheizzeit wurde nicht ausgefüllt, obwohl eine Nachtabsenkung    eingetragen wurde
  • Temperaturen nach Vereinbarung ist angekreuzt, wurden aber nicht mit uns vereinbart
  • Absenkdauer 7 Stunden - Die wird es nicht geben! - nicht mit uns vereinbart
  • Luftwechsel in der Nacht 0,1h-1? Kein hygienischer Mindestluftwechsel

Den Rest hab ich mir dann gespart, es muss eigentlich alles noch einmal überprüft werden, aber von HvH, nicht von mir.
Ich bin also auf die nächste Version gespannt. Und schon ist der Artikel wieder viel zu lange worden...

Ein paar Bilder:













Samstag, 26. April 2014

Heizlastberechnung


Da es noch nichts Neues von unserem Bauantrag zu berichten gibt, greife ich heute einmal das Thema der Heizlastberechnung auf, wofür sie ist und warum sie unerlässlich ist und welche Folgen es hat wenn diese falsch ist.

Wozu dient die Heizlastberechnung?
Die Heizlastberechnung gibt den kompletten Wärmeverlust des Hauses wieder. Wärmeverluste durch das Lüften, Verluste über die Wände, das Dach, die Fenster, die Bodenplatte und auch Verluste für die Warmwasseraufbereitung.
Es werden aber auch die internen Gewinne hinzugezogen, die durch den Einfall des Sonnenlichts, durch Personen oder durch Geräte entstehen können. Und letztlich Gewinne durch die Heizungsanlage.
Die Berechnung zeigt also auf wo die meiste Wärme verloren geht und ist für Dimensionierung der Heizungsanlage zwingend erforderlich.
Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist Pflicht im Wohnungsbau, daher sollte man immer darauf bestehen!

Warum ist die Heizlastberechnung unerlässlich?
Wie bereits erwähnt, der wichtigste Punkt ist sicherlich die ideale Dimensionierung der Heizungsanlage. Eine zu klein dimensionierte Heizungsanlage vermag es nicht im kalten Winter das Haus richtig zu heizen, während eine zu groß dimensionierte Heizungsanlage ineffektiv arbeitet.

Im Zweifel also lieber zu groß als zu klein, das war früher sehr häufig das Motto warum heute sehr viele Anlagen überdimensioniert sind. Bei Gasheizungen spielt die häufig keine besonders große Rolle da bereits die kleinste Gas-Brennwerttherme von Wolf CGB-11 von 3,6 bis knapp 11KW bringt.
Gehen wir von unserem Haus aus was um die 5KW Heizlast haben wird, so kann man sehen das die Therme niemals richtig gefordert wird. Was bei Gas noch nicht so schlimm ist, kann bei einer Wärmepumpen zu einem deutlich höheren Verbrauch führen.

Man kann sich also hier vorstellen, dass die Heizlastberechnung rein für die Dimensionierung einer Gasbrennwertheizung fast egal ist. Es gibt ja keine kleinere Therme von Wolf. (HvH verbaut im Standard Wolf CBG Thermen laut Angebot)
Bei Wärmepumpen (WP) sieht das hingegen schon wieder anders aus, diese modulieren die Leistung natürlich auch, aber in der Regel haben diese nicht eine solche Spanne. Bei der Rotex Hpsu Compact die wir verbauen lassen, gibt es z.B. Leistungsstufen von 4KW, 6KW, 8KW und die größeren Modelle 11KW, 14KW und 16KW.

Da Wärmepumpen in der Anschaffung generell teurer sind, ist es hier schon alleine von der Anschaffung her sinnvoll die richtige Größe zu wählen, da der Unterschied wie bei einer Gasbrennwerttherme unter Umständen nicht nur bei ein paar hundert Euro liegt. Weiter arbeiten Wärmepumpen unter Volllast mit Abstand am effektivsten und der Verbrauch würde bei einer Anlage die dauerhaft im Teillastbetrieb läuft steigen.

Wie berechnet man also die Heizlast?
Es muss für jeden Raum eine Berechnung angestellt werden über die Gewinne und Verluste bei der Auslegungstemperatur Eures Standortes. In Deutschland liegt diese zwischen -10 und -16°C.

Unerlässlich ist eigentlich auch das Formblatt V der Heizlastberechnung nach der DIN, da diese die gewünschten Raumtemperaturen des Bauherren angibt, dies muss vom Bauherren unterschrieben werden. Wir kennen das Formblatt leider nur vom HörensagenW, da die Heizlastberechnung bei HvH keinen großen Stellenwert hat und wir diese nie gesehen haben. Die Heizlastberechnung bekommt man glaube ich ohnehin nur auf Anfrage, da die Heizung bei uns pauschal mit 8KW angesetzt wurde, aufgrund der Größe des Hauses. unabhängig davon das es bessere Dämmungen, eine Lüftungsanlage mit WRG gibt etc.

Bei einem Neubau sollte die Berechnung relativ einfach sein, da einem der Bauträger eine Baubeschreibung liefert die darüber informiert wo welche Materialien/ welche Dämmung verbaut werden.

Wer einen Altbau hat und dies berechnet möchte, dem empfehle ich den Blog von Martin Schlobach, er beschreibt auch wie man diese vereinfacht berechnen kann: www.haustechnikverstehen.de

Bei dem Neubau beschreibt der Nutzer Martin206 des Haustechnikdialog Forums sehr schön wie man diese berechnen kann: www.haustechnikdialog.de

Als Beispiel möchte ich hier einmal unser Arbeitszimmer hernehmen:

Genaue Zahlen bitte dem angehangenen Screenshot meiner Berechnung entnehmen.
Die Transmissionswärmeverluste des kompletten Raumes wären also 274W pro Jahr. Man sieht hier sehr schön, da die meiste Wärme über die Wand verloren geht, der Grund ist das es hier nur die eine Tür gibt.

Im Wohn-/Ess-/Küchenbereich werden wir den mit Abstand größten Verlust durch die vielen Türen und Fenster haben. Der Verlust über die Türen und Fenster ist doppelt so hoch wie über die Wand und den Boden zusammen, obwohl die Fläche fast 7x größer ist als die der Fenster.

Man sieht also sehr gut dass die, im Vergleich zur Wand, schlecht isolierten Fenster deutlich mehr Wärme verlieren. Während die Fenster einen durchschnittlichen U-Wert von ~1 W/m²K haben, so haben die Wände lediglich 0,174 W/m²K. 
Wie kommt man auf diese U-Werte? Zum einen durch die Angaben der Hersteller oder des Bauträgers oder durch die Eingabe der einzelnen Baustoffe in eienm U-Wert-Rechner: www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/
Die Berechnung dauert also seine Zeit, aber ich denke das ist es Wert bei einem Neubau diese einmal grob durchzurechnen. Mittlerweile hatten wir die Heizlastberechnung von HvH bekommen und es ist direkt aufgefallen das diese grundlegend falsch war, da die U-Werte der Wände nicht stimmten, die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wurde gar nicht mit einbezogen, es fehlten teilweise Wände in den Berechnungen zu unbeheizten Räumen.
Dies waren Punkte die mir aufgefallen waren beim Überfliegen, da ich keine Lust habe diese im Detail zu überprüfen, aber da sieht man das es sich lohnt hier ein Auge darauf zu haben.

Welche Heizlast hatte HvH denn jetzt für unser Haus berechnet? à Auslegungsheizlast 4206W
Ohne Warmwasser, ohne dass wir jemals die Temperaturen des Raumes festlegen durften. In meiner Berechnung habe ich 750W für 3 Personen Warmwasser eingerechnet. Wenn man jetzt noch bedenkt das die U-Werte in der HLB von HvH zu hoch waren, 0,2 W/m²K statt 0,174 W/m²K dann kommt meine Berechnung also ganz gut hin.

Die Heizlast wird also um 5KW liegen. Die Frage warum HvH eine 8KW WP eingeplant hat, anstatt der günstigeren 6KW WP steht bis heute aus, zusammen mit der neuen Heizlastberechnung…

Wir sind keine TGA-Planer/Heizungsbauer oder Energieberater. Solltet Ihr also Fehler in unserer Ausführung gefunden haben, dann lasst es uns gerne wissen, damit wir das korrigieren können.

Bei Fragen könnt Ihr uns gerne anschreiben.

Samstag, 22. März 2014

Überbrückungspost bis zum Bauantrag Nummer 2 – Heizung

Einer der Hauptgründe mit Heinz von Heiden (HvH) zu bauen war die freie Wahl des Heizungssystems.

Die günstigste Möglichkeit für den Bauherren und die Basis für die Kalkulation stellt hier eine Gasbrennwertheizung mit Heizkörpern und Solarthermieunterstützung dar. Heizkörper in der Wohnung, da waren wir uns einig, wird es nicht geben! Also haben wir eine Fußbodenheizung (FBH) mit in die Planung aufgenommen.

Die Vorteile einer Fußbodenheizung sind schnell aufgezählt: 
  • Gleichmäßige Wärme im ganzen Haus 
  • Keine Heizkörper und somit freies Einrichten möglich 
  • Angenehmes Raumklima, keine Staubaufwirbelungen wie bei HK 
  • Geringe Vorlauftemperatur, energiesparend 

 Die Nachteile:
  • Träge im Vergleich zu Heizkörpern (aber nahezu unerheblich) 
  • Nicht jeder Bodenbelag sinnvoll 
  • Reparatur- und Sanierungsarbeiten evtl. teurer und komplizierter

Die Vorteile heben hier alle Nachteile auf. Bei HvH hat man dann noch die Wahl zwischen einer Vorlauftemperatur von 45°C oder 35°C.
Warum man hier überhaupt noch 45°C Vorlauf und somit einen größeren Verlegeabstand anbietet, erschließt sich mir nicht. (Macht es natürlich schon, schließlich kann man für den geringeren Verlegeabstand mehr verlangen ;-))
Das einzig Sinnvolle ist hier der geringe Abstand der Heizschlaufen, also mit 35°C oder weniger als Vorlauftemperatur zu arbeiten. Also Fußbodenheizung war damit gesetzt, die Heizung:

Gasbrennwert mit Solarthermieunterstützung ist wahrscheinlich aktuell noch die günstigste Möglichkeit, da die Technik preiswert und ausgereift ist und man über die Solarthermie (ST) in den Sommer- und den Übergangsmonaten den Großteil seines Warmwasserbedarfs decken kann. Die Kosten belaufen sich dann ausschließlich auf die Stromkosten der Umwälzpumpe. Im Winter ist man mit dieser Heizung auch sehr gut aufgestellt, da sie sehr gut moduliert und ausreichend Reserven hat, bei den aktuellen Gaspreisen also durchaus lohnenswert.

Eine Gasheizung wollten wir allerdings trotzdem nicht, da wir keinen Schornstein mehr wollten, keine jährlichen Besuche des Schornsteinfegers etc. Daher fiel die Wahl auf eine Wärmepumpe (WP).
Jetzt ist WP nicht gleich WP. Es gibt Luft-Luft, Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser, Sonde-Wasser, in der Reihenfolge auch von der Effektivität von der schlechtesten bis zu besten Variante.

Allerdings steigen auch die Kosten in der gleichen Reihenfolge, weshalb wir uns für eine Luft-Wasser WP entschieden haben, also eine Heizung mit einem Außengerät. Der Vorteil ist, dass die Heizung in der Anschaffung deutlich günstiger ist als die wesentlich effektiveren Sole-, Wasser- oder Sonden-WP.
Dies bezahlt man dann aber wiederum mit höheren laufenden Kosten, da die Jahresarbeitszahl (JAZ) dieser Anlagen deutlich schlechter ist. Luft-Wasser JAZ <=3 Erdwärme-/Grundwasser-WP JAZ ~4-4,5.

Das heißt ich muss 1 kWh investieren um 3 bis 4,5 kWh zu bekommen. Die Luft-Wasser WP haben hier einen klaren Nachteil, da sie im Winter deutlich uneffektiver arbeiten aufgrund der kalten Außenluft und dann unter Umständen elektrisch zuheizen müssen, während Erdwärme- und Grundwasser-WP über das komplette Jahr nahezu unveränderte Verhältnisse im Erdreich vorfinden.
Wen es interessiert, hier könnt Ihr schauen inwiefern Eure Gegend in NRW für Erdwärme taugt: www.geothermie.nrw.de

Nun hatten wir uns bei den LW-WP für das günstigste Modell entschieden, die Rotex HPSU Compact 508 mit 500 Liter Schichtspeicher. HvH hat uns direkt mitgeteilt, dass es die 508 mit dem 8 kW Außengerät werden wird. Dies fand ich sehr "spannend", da man für die passende Heizung ja erst einmal eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 anfertigen muss, um die korrekte Heizlast des Hauses zu bestimmen, da hier neben der Dämmung des Hauses, der Planung der FBH und der Lüftungsanlage mit WRG auch noch die Lage des Hauses etc. Einfluss nehmen auf die Berechnung.

Diese habe ich angefragt und ich warte aktuell immer noch darauf. Erst dann macht es Sinn zu sagen, ob es ein Außengerät mit 4,6 oder 8 kW werden sollte.
Wer generell mehr über WP erfahren möchte, auch über alle Vor- und Nachteiler der Rotex, der kann sich gerne hier einlesen: www.haustechnikdialog.de

Da wir ohnehin noch eine Photovoltaikanlage auf das Dach installieren wollen, soll diese nicht nur einen Teil des Eigenverbrauchs decken, sondern auch noch zur Unterstützung der Wärmepumpe dienen. Dies wird natürlich nur zu einem geringen Teil klappen, da der meiste Strom generiert wird, wenn die WP ihn am wenigsten braucht. Ziel sollte es hier aber sein, möglichst viel des Stroms zu verbrauchen und den Rest, der dazugekauft werden muss, durch grünen Strom abzudecken.

Idealerweise soll die WP tagsüber wenn die PV-Anlage Strom liefert den 500 l Speicher vorheizen, angesteuert über die Smart-Grid Fähigkeit der WP. Wenn die Stromspeicher dann irgendwann einmal bezahlbar sind, könnte das Ganze auch wirtschaftlich noch interessanter werden.

Zusammenfassend unsere Gründe für die Wärmepumpe:

  • Geringe Wartungskosten
  • Eigenverbrauch der PV erhöhen
  • Unabhängig von Gas / Öl / Holz
  • Keinen Schornstein / Kein Schornsteinfeger