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Freitag, 2. Februar 2018

Kugellagertausch am Ventilator der Pluggit AP310

Heute mal wieder das Thema, wie mache ich es mir selbst, das weiterführende Thema zur Lüftungsanlage:

Um das Thema Lüftungsanlage und dessen Wartung noch einmal weiter zu bringen, geht es heute um den Tausch eines Kugellagers an einem der Lüfter. Die Lüftungsanlage begann bei uns vor 1-2 Wochen ein ziemliches Quietschen/Rattern zu entwickeln, nicht dauerhaft, aber immer wiederkehrend, welches man dann teilweise auch in den angrenzenden Räumen hören konnte, bereits auf Stufe 1.

Nach nur drei Jahren kann man also sagen, dass die Kugellager bereits sehr früh Probleme machen. Nachdem was ich so im Internet finden konnte, passierte das meist erst so nach 5-7 Jahren. Da wir keinen Wartungsvertrag haben (siehe vorherigen Post) und somit auch keine 6 Jahre Garantie, brauchten wir also auch erst gar nicht bei Pluggit anzufragen, obwohl dies wohl auch nicht seitens Pluggit abgedeckt ist: Zitat: "Filter und Dichtungen, sowie bewegliche Teile (Ventilator, Bypass) sind von der Hersteller-Garantie ausgeschlossen." Sicherlich sind Kugellager bewegliche Teile des Ventilators... wenn die sich nicht bewegen sollten, dann bin ich Leistungssportler.

Daher habe ich dann Google bemüht, um herauszufinden, welcher Lüfter verbaut ist und was die Reparatur kosten würde. Der Hersteller ist ebm-Papst und die Bezeichnung R3G190-RC05-03.
Es kamen ja mehrfach die Anfragen wie es mit dem Papst R3G190-RC05-21 aussieht. Nils aus Fischeln hat es getestet und mir zwei Bilder (ganz unten) davon geschickt und er hat bestätigt das es sich dabei um die gleichen Kugellager handelt wie bei dem R3G190-RC05-03.
Ebm-Papst empfiehlt bei Geräuschen, den Austausch des Ventilators. Klar dass sie das empfehlen, wir leben ja in einer Wegwerfgesellschaft. Beim Neukauf ist die Marge gewiss höher. Ein Austausch des Ventilators über eine Fachfirma inkl. Materials wird in den Foren mit 400€ bis 500€ angegeben. Den einzigen und günstigsten Preis für einen neuen Ventilator konnte ich mit ~220€ finden. Beides ganz schön happig. Also weiter Tante Google bemüht und fündig geworden. Dort gab es interessante Videos über den Tausch der Kugellager, sowie eine Privatperson bei ebay, die den Austausch anbietet für 50€ pro Lüfter, was ja dann auch wieder 100€ gewesen wären. Die Videos waren zwar für andere Lüfter und Geräte, aber nun war ich angefixt.
Also selbst ist der Mann: Ventilator ausgebaut, Bezeichnung der Kugellager angeschaut und Material bestellt, benötigt werden pro Lüfter 608zz sowie ein Sicherungsring 8mm, wenn man diesen wechseln möchte, was ich empfehle, da die ohne passendes Werkzeug auch mal verbiegen können und die Kosten echt unerheblich sind.

Bestellt habe ich: 10 Kugellager sowie 10 Sicherungsringe, alles beim Kugellagershopberlin für €9,50 inkl. Porto. Schnelle Lieferung. Die Links gibt es hier:

Sicherungsring 8mm 
Kugellager

--> Da der Kugellagershopberlin seinen Betrieb eingestellt hat, einfach über google nach 608zz suchen, man bekommt dann ausreichend Angebote, gleiches gilt für die Sicherungsringe 8mm

Ich habe die Chinadinger genommen von IBU, hier kann man aber natürlich auch den deutschen Hersteller SKF nehmen: SKF Kugellager
Bei SKF kosten halt 2 Lager 6€ bzw. 12€ für beide Lüfter, ist auch nicht die Welt. Bei IBU sind es dank Mengenrabatt 6€ für 10 Stück. Somit könnte ich 5x wechseln, damit sollte ich eine Zeit hinkommen, selbst wenn sie wieder nur 3 Jahre halten. Aktuell sind übrigens Kugellager aus Thailand verbaut gewesen von ebm-Papst. SKF gibt an, dass Ihre Lager 100% rostfrei sind und teilweise bis zu 30% länger halten und evtl. weniger verbrauchen. Das sind aber wieder andere Lager, ich glaube die 6082ZC3 bzw. 608zz C3 in anderer Schreibweise.

Hier nun die Anleitung, wie man die Dinger tauscht. Benötigt wird zwingend ein passender Torx-Schraubendreher. Die meisten Schrauben gehen auch mit dem Akkuschrauber und Torx, aber den Ventilator kann man besser mit einem Schraubendreher lösen, es sei denn, man hat eine sehr schmale Bit-Aufnahme.

1. Öffnen der Lüftungsanlage, dazu oben die beiden Torx-Schrauben entfernen. Die graue Blende kann so abgenommen werden, dann kann die weiße Abdeckung nach oben hin abgenommen werden.


2. Entfernen der beiden Torx-Schrauben der Steuerungseinheit.


3. Entnehmen des entsprechenden Ventilators. An diesem Gehäuse die 7 Schrauben außen entfernen.


4. Entnehmen des Ventilators aus dem Gehäuse, dazu die vier Schrauben lösen und die beiden Kabelbinder entfernen. Dann kann der Ventilator entnommen werden.


5. Nun haben wir den Ventilator, hier auch wieder die 4 Torx-Schrauben entfernen und den Deckel mit der Platine abnehmen.


6. Kunststoffdeckel entfernen und danach den Sicherungsring.


Nach mehrfachem Hinweis in den Kommentaren: Ihr seht hier die Kontaktstifte, achtet beim Zusammenbau genau darauf das diese wieder in die entsprechenden Löcher der Platine kommen, sonst verbiegt Ihr Euch diese womöglich oder könnt die Platine beschädigen! Sich zu erden ist auch ein guter Hinweis, schadet bei Arbeiten an Platinen sicher nie. Entweder an einen Heizkörper fassen, den sicher kaum einer mit Lüftungsanlage hat, den Erdungsbügel einer Steckdose oder eben antistatische Armbänder, die aber auch angeschlossen werden müssen. ;-) Danke für den Hinweis Sven!


7. Jetzt haben wir die beiden Kugellager frei und müssen beide entfernen. In dem schwarzen Gehäuse kann man dies einfach von hinten rausdrücken. In dem Ventilatorgehäuse wird es etwas kniffeliger, wenn man keinen passenden Abzieher hat, so wie ich... Dazu etwas Caramba dran und von hinten mit einem Schraubendreher drücken bzw. mit einer Rohrzange von oben ziehen... kommt dann irgendwann. Die beiden Kugellager ersetzen und rauf achten, dass unten die beiden "Unterlegscheiben" drin bleiben!


8. Jetzt wieder alles in umgekehrter Reihenfolge zusammenstecken. Etwas fummelig ist es dabei, den Sicherungsring wieder reinzumachen, da man alles dabei etwas runterdrücken muss. Hier ist Geduld gefragt, das ist genau mein Ding... Danach ist es vollzogen und die beiden Übeltäter sind leicht angerostet aus dem Spiel genommen und die Anlage schnurrt wieder wie am ersten Tag.


Zeitaufwand vielleicht 1 Stunde. Kosten: 9,50€ plus mein persönlicher Stundenlohn, ein Bier. Ersparnis: ~ 220-500€.

Hier noch die zwei Bilder von Nils aus Fischeln zum R3G190-RC05-21. Danke Nils für die Bereitstellung und das Feedback!


Hier noch einige Bilder von Jean-François aus Luxemburg für eine Zehnder ComfoAir Q350. Aus Platzgründen habe ich nicht alle hochgeladen, da viele Schritte identisch sind. Danke Jean-François für das Bereitstellen der Fotos!












Dienstag, 24. Oktober 2017

Lüftungsanlage, oder wie man sich selbst krank macht. - Zentrale Lüftungsanlage, dezentrale Lüftungsanlage, WRG

Der Titel sagt es, wie schafft man es sich selbst krank zu machen? Die Antwort ist einfach: Man nehme eine Lüftungsanlage, reinige sie nie, am Besten schüttet man noch regelmäßig Wasser, Brotkrumen, sonstige Essenreste in die Wärmetauscher, quasi als Nährboden für jeglichen Schimmel und man bekommt sie Früchte seiner Arbeit irgendwann zu spüren.

Es kann so einfach sein oder?

In den Facebookforen für Bauherren kommt das Thema immer wieder hoch, soll ich eine Lüftungsanlage nehmen? Dezentral? Zentral? Horizontal oder doch vertikal? Mit Wärmerückgewinnung oder ohne, dient sie als Heizungsersatz?

Ist es den Preis wert? Was kostet der Unterhalt? Bringt es mich im Leben weiter? Kann sie wirklich kochen?

Dann kommen viele um die Ecke die nie eine hatten aber alles erzählen können wo der Schimmel schon das ganz Haus eingenommen hat, Legionellen (In einer normalen Lüftungsanlage?) und wat weiß ich nicht noch alles. In jedem Fall sind die Lüftungsanlagen eine Ausgeburt des Bösen.

Aber gehen wir mal sachlicher ran, primär kann so eine Lüftungsanlage eins: Lüften! Ende.
Ok, vielleicht noch ein bisschen Wärme- oder Luftfeuchtigkeit tauschen, das war es aber im groben. Ob es sich lohnt oder nicht muss jeder für sich entscheiden.

Ich versuche es mal anhand unserer Anlage einer Pluggit A310 einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (WRG) zu erklären:

Wo liegen die Vorteile einer KWL (Kontrollierte Wohnraum Lüftung)?
- Rund um die Uhr frische Luft
- Weniger Schadstoffe, Gerüche, Pollen und Staub in der Luft durch die Filter.
- Geringere Schimmelgefahr (Mit Fenster wird meist zu wenig gelüftet)
- Wärmerückgewinnung für die Frischluft von bis zu 90%
- Geräuschdämmung, da die Fenster geschlossen bleiben und trotzdem Luft ausgetauscht wird.
- Luftaustausch auch wenn draußen mal kein Wind geht
- Im Sommer teils kühlere Zuluft als bei direktem Lüften das der Wärmetausch umgekehrt auch funktioniert.

Wo liegen die Nachteile einer KWL?

- Stromverbrauch für die Pluggit auf Stufe 3 - 40Watt, auf Stufe 1 - 20Watt
- Elektrisches System, muss gewartet werden und das System muss regelmäßig gereinigt werden
- Anschaffungskosten für die Anlage ~10000€
- Bei schlecht eingestellter Anlage im Winter zu geringe Luftfeuchtigkeit
- Einfrieren des Wärmetauschers ohne vorwärmen im Winter möglich
- Bei schlechter Pflege gesundheitsrisiken

Gehen wir auf die Kosten ein:
Die Anschaffungskosten via des Bauunternehmens liegen bei ca. 10000€, viel Geld, welches man auch nie wieder rein bekommen wird, es ist halt ein Luxusgegenstand.

Laufende Kosten pro Jahr:
Filter bei uns: 2x F7 sowie einmal G4 in der Anlage ca. 50€
Kegelfilter G4 als Vorfilter für den F7 Hauptfilter ca. 20€ für 6 Stück
Wartung (sofern man diese machen lässt) um 150€ pro Jahr.

Stromkosten: Im Mittel um 30W/h also ca. 260 kWh in Jahr ~65€
Bei unserem Haus mit ~165m² Wohnraum also ca. 135€ im Jahr, da ich die Wartung 2x im Jahr selbst mache.

Kosteneinsparung:
Wird gerne übersehen, aber bei einer Wärmerückgewinnung von bis zu 90% spart man eben auch Heizenergie ein, da man weniger Lüftungsverluste hat. Was kann man hier erwarten?
Als Annahme das wir eine Außentemperatur haben von -10°C und eine Innentemperatur von 22°C und einer Wärmerückgewinnung von 70%, einen Volumenstrom von ~150m³/h dann würde die Luft auf ca.12,4°C vorgewärmt. Eine Differenz von 22,4K die die Heizung nicht mehr aufbringen muss. Was das finanziell ausmacht ist schwer zu sagen, aber die Lüftungsverluste machen bei Fensterlüftung und regelmäßigem lüften ca. ein Drittel des Verbrauchs der Heizkosten aus, das wären bei uns ca. 800kWh, davon 70% wären also 560kWh im Jahr oder ~140 Euro.

Dies ist eine Schätzung, kann mehr oder weniger sein je nach dem wieviel man lüften würde über das Fenster, aber eher konservativ gerechnet. Hier kann man die Volumenströme und Verluste berechnen.

Pflege:
Man kann alles machen lassen für ~150€ im Jahr, auch damit die Garantie seitens Pluggit auf 6 Jahre verlängert wird. wir haben es zu beginn schlicht vergessen und ich denke man muss das auch nicht zwangsläufig wenn man sich damit befasst. Unten kann man sehen wie das Geräte aufgebaut ist.

Regelmäßig sollte man die Abluftfilter direkt an den Abluftstutzen in der Küche,Bad, Abstellkammer abnehmen und auswaschen. Die Zu- und Abluftfilter in der Anlage sollte man regelmäßig kontrollieren und nicht erst wenn das Geräte abschaltet oder warnt. Diese kann man aussaugen für den groben Schmutz, sollte man aber auch regelmäßig tauschen.

Zweimal im Jahr reinige ich dann die komplette Anlage, hier ziehe ich die Ventilatoren (Motoren) raus und entferne den Staub in den Ventilatoren falls nötig.

Dann nehme ich noch den Wärmetauscher raus und falls nötig würde ich ihn ausspülen, was aber bei uns in 2,5 Jahren bisher nicht nötig. Die weiße Styroporwanne unten stellt den Kondensatauffang samt Ablauf dar. Wenn überhaupt Schimmel entstehen kann, dann hier bzw. im Wärmetauscher. Um den Wärmetauscher zu entfernen muss man genau 2 Torxschrauben oben für die Abdeckung lösen, das ganze dauert max 2min. Dann unten durchwischen. Meist liegt da nur etwas Staub der den Weg an den Filtern vorbei geschafft hat, das war es. Im Winter wird man hier sicher häufiger Kondenswasser haben aber Schimmel hatten wir bisher keinen. Sicher der Elektriker misst wahrscheinlich noch die Volumenströme nach etc., das mache ich natürlich nicht aber das brauche ich auch nicht auf den m³ genau.
Die Rohrleitungen in und von den Räumen können keinen Schimmel bekommen, diese sollte man wohl ca, alle 10 Jahre einmal reinigen lassen, da sich hier natürlich Staub sammeln kann, aber auch hier ist nach 2,5 Jahren bei uns nichts zu sehen, dafür sind die Filter schließlich da.
Ich habe außen im Ansaugstutzen noch Kegelfilter der Klasse G4 angebracht um als Vorfilter für den teuren F7 zu fungieren. (Nicht verwechseln mit Fungus, den wollen wir ja nicht!) Dieser kostet ca. 3€ und ich tausche ihn ca. alle 2 Monate, so das die Filter immer sauber sind und ordentlich filtern. Das würde Pluggit wohl nicht gerne sehen, da sie sicher sagen werden das die Anlage durch den Filter zusätzlich belastet wird etc, blabla, aber dadurch das die Filter immer sauber sind wird sich das aufheben, läuft bisher in jedem Fall alles top.

Geht also letztlich bei einem jährlichen Pflegeaufwand von ca. 1 Stunde ein Risiko für die Bewohner aus? Ich denke nicht. Und wer diese Stunde nicht investiert, dem ist auch nicht zu helfen. Die Vorteile für uns liegen auf der Hand und wir möchten den Luxus nicht missen. Die Kosten aufs Jahr heben sich auf.

Was gibt es noch bei Lüftungsanlagen?
Heizen mit lüften, wie z.B. die Nibe 750 bzw Nibe 755G bei Viebrock, hier wird primär durch die Abluft geheizt, also ein Kombigerät. Wohl die schlechteste Art der Wärmepumpe, und auch nicht die beste Art des lüftens, daher nicht zu empfehlen, da die Frischluft 1:1 von draußen reinkommt ohne vorwärmen. Was wiederum in erhöhten Heizkosten endet, siehe oben den Rechner bei U-Wert.

Sommerbypass - Haben wir auch, als Beispiel, wenn im Sommer die Innentemperatur mind. 24°C hat und die Außentemperatur mind. 2°C niedriger ist, dann wird der Wärmetauscher umgangen, damit die kühlere Luft direkt ins Haus kommt.

Vorheizregister - Damit im Winter die Lüftung nicht einfriert wird die Luft elektrisch vorgeheizt.

Enthalpietauscher - Tauscht die Luftfeuchtigkeit aus um eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Pluggit bietet das nicht an, hier kann man einen Luftbefeuchter hinzukaufen.

Erdwärmetauscher - Kühlt die Luft im Sommer bzw. wärmt die Luft im Winter vor, dadurch auch kein einfrieren der Anlage.

Dezentrale Anlagen - Also in jedem Raum Löcher in den Wänden in denen die Zuluft reinkommt, teils auch mit Wärmetauscher. Vorteil günstiger und gut nachzurüsten, was ja bei einer zentralen Anlage eher schlecht ist. Nachteil ist halt das man überall Löcher in den Wänden hat und es ohne WRG auch mal ziehen kann im Winter, weiter ist der Lärmschutz nicht so gut und die Gefahr eines Luftkurzschlusses ist höher.

Fazit:
Würden wir wieder eine kaufen? Klares Ja! Würden wir das anderen empfehlen, klares jein!
Aus unserer Sicht ja, aber es gib halt Leute die immer die Fenster aufmachen müssen/wollen, weil sie das mögen, rauchen oder weshalb auch immer die brauchen das nicht. Aber es ist schon angenehm das man nicht mehr manuell lüften braucht, weniger Staub im Haus hat, weniger Pollen, weniger Lärm durch offene Fenster etc. die Vorteile sind es für uns in jedem Fall Wert.
Wenn Ihr anderer Ansicht seit, so könnt Ihr diese gerne hier schreiben, das muss halt jeder für sich entscheiden.

Fotos: Verbrauch auf Stufe 1 19W, Stufe 3 40W
Sowie der Aufbau der Pluggit mit und ohne Abdeckung. die Motoren sind Ventilatoren und in diesen/davor sind auch noch Temperatursensoren verbaut.
Sowie noch das Zuluftgitter im Boden, sowie ein Abluftgitter mit dem auswaschbaren Filter.








Montag, 16. März 2015

Unter anderem: Die Hausübergabe!

Anfangen möchte ich heute mal wieder mit einem Lied, einem Klassiker aus den 80er Jahren, weil es so schön passt: The Final Countdown
Der Grund: Das Unternehmen Hausbau neigt sich dem Ende, zumindest der Teil mit der Beteiligung von HvH, alles weitere sollte dann in unseren Händen liegen.

Aber springen wir erst noch einmal ein paar Tage zurück, der Fliesenleger hatte schon im EG größtenteils Fliesen gelegt und es fehlte nur ein Stückchen Flur sowie ... das Bad mit seinen Kletterwänden. So sah eine davon aus:


Sie war wahrlich keine Schönheit, aber der Fliesenleger hat immer an sie geglaubt, hat Ihr Wediplatten und ein neues Kleid aus Fliesen verpasst und siehe da:


Man sah, es passierte etwas, vom hässlichen Entlein ... zur dreckigen kleinen Schamwand, was für ein Wandel! Von außen sah das Ganze dann später so aus:


Es wird also! Im EG wurde dann zwischenzeitlich auch die Keramik für unsere Gäste installiert, da werden sie sich freuen.


Wenn die Fachleute für Sanitärtechnik da sind, dann ist der Heizungsbauer auch nicht fern, gleiche Firma gleich Leute. Also haben wir auch endlich unsere zwei fehlenden Heizkörper bekommen! Ein Traum in weiß und gut verpackt zur Abholung, HK 33/600/1200 und HK 22/600/1200. Hersteller soweit ich weiß Centara Galant. Für kleines Geld abzugeben. ;-)


Diese Altbaumonster wollten Sie uns in die Bäder stellen um bei 35°C Vorlauf der Heizung auf die 24°C in den Bädern zu kommen. Bei 70°C Vorlauf kommen die guten Stücke auf:

HM Galant 5-Anschlüsse 22 T-100 H-600 L-1200  = 1574W
HM Galant 5-Anschlüsse 33 T-150 H-600 L-1200  = 2238W

1574W + 2238W = 3812W

Wir könnten also unsere Heizlast des Hauses mit diesen beiden Heizkörpern decken, wenn wir mit 70°C Vorlauf fahren.
Ok, genug der Frotzeleien.

Dann kam auch einmal Arbeit auf den Bauherren zu: Netzwerkverkabelung auflegen. Kein schöner Job, aber im Wohnzimmer fand ich das noch ganz gut, hat dort auch alles gut geklappt.


Im Arbeitszimmer kam dann leider die bittere Enttäuschung. Nicht eine Ader des Duplex Kabels ging. Das war das kürzeste Kabel welches wir verlegt haben, parallel zu dem Kabel des Wohnzimmers, wo alle Adern einwandfrei laufen. Verlegt im Kabelkanal, kann also eigentlich nichts passieren, denn so ein Kabel trennt man nicht mal eben, wenn man dagegen kommt. Da war ich dann wirklich bedient, denn der Verdacht liegt nahe, dass das schon jemand durchtrennt haben muss ...

Weiter ging es dann heute mit der Bauabnahme. Zeitgleich hat der Sanitärfachmann noch die fehlende Keramik im OG installiert und der Silikonmensch hat alles was an beweglichen Fugen in und am Haus existiert gelegt. Der Heizungsbauer hat derweil das komplette Heizwasser ausgetauscht.

Bei der Begehung kamen dann noch solche Leckerchen im Kinderzimmer unseren Sohnes zum Vorschein:


Es sieht größer aus wie es ist. Es sind vielleicht 3-4 cm, trotzdem will man so etwas nicht haben, schon gar nicht im Kinderzimmer. Weiter haben wir die Wände des kompletten OG bemängelt, da hier nicht in Q3 gespachtelt wurde, vor allem nicht an den Rigipsplatten.
Weitere Mängel die wir aufgenommen haben:

  • Kratzer an 2 Fenstern die getauscht werden müssen
  • Ein Rolladen fährt nicht komplett runter
  • Dachverklammerung am Ortgang fehlt
  • Bodenluke immer noch undicht
  • Die Fuge zwischen Gipskarton und Mauerwerk wurde verpachtelt, diese muss entfernt werden.
  • Dokumentation Fundamenterder fehlt gemäß DIN 18014
  • Einweisung, pneumatischer Abgleich und Inbetriebnahme der Lüftungsanlage fehlt
  • Hydraulischer Abgleich wurde angeblich durchgeführt, Dokumentation fehlt
  • Nachweis für die Wasserqualität in der Heizung
  • Stromkostenerstattung für das direkt elektrische Aufheizen des Estrichs
  • Nachweis für die Verlängerung der Garantie des Estrich im OG
  • Silikonfugen zum Zeitpunkt der Abnahme nicht fertig gestellt
  • Die Leitungs- und Rohrdurchführungen im Hausanschlussraum wurden verschlossen aber die Leitungen und Rohre wurde nicht entkoppelt
Es fehlt in diesem Zusammenhang die fehlerfreie Heizlastberechnung - beim Schreiben aufgefallen - Skandal!

Wir haben uns mit HvH auf einen Betrag geeinigt, den wir bis zu Beseitigung der Mängel zurückhalten werden. Im Vorfeld wurde noch der Blower-Door-Test gemacht. Zu meiner Verwunderung hat den die Bauleiterin selbst durchgeführt. Etwas skeptisch ist man da schon, wenn das Bauunternehmen den selbst durchführt aber ok. Im Test konnte der geforderte Wert von n50 = 1,5 1/h deutlich unterboten werden. Unser Wert liegt bei n50 = 0,75 1/h.
Passivhäuser liegen bei n50 = 0,1 bis 0,6 1/h. Ich denke also mit dem Wert können wir sehr zufrieden sein. Ihr Hund hat den Test nicht beeinflusst, hoffe ich. Aber vielleicht handelt es sich auch um einen sehr seltenen Differenzdruck Ausgleichshund, um das Ergebnis positiv zu beeinflussen? ;-)


Abschließend gab es dann von HvH die obligatorische Flache Champus:


Damit schließe ich für heute. Bilder in besserer Qualität werden nachgereicht. Der Termin hat heute 4,5 Stunden gedauert. Wenn ich bedenke, dass sie vorher um 11:00 Uhr eine Übergabe hatte und dann um 13:30 Uhr bereits bei uns war, dann muss das andere Haus ja Top sein.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass wir einmal mehr froh waren einen Sachverständigen mit an Board zu haben. Dieser hat uns sehr gut unterstützt und beraten. Kann ich nur empfehlen!

Donnerstag, 29. Januar 2015

Fußbodenheizung, Estrich und die kleinen Dinge die den Alltag spannend halten.

Kurzzusammenfassung der Woche:
  • Lüftungsanlage - check
  • Fußbodenheizung - check
  • Strom, Wasser, Telekom und Graben geschlossen  - check
  • Estrich  - check
  • Begehung mit dem Tiefbauer für das Abwasser  - check
Im letzten Post kam ja die Frage ob die Lüftungsschächte mit den Wasserleitungen nicht zu hoch kommen. Dies kann ich verneinen, siehe Bild 1. Gemessen habe ich 67 mm. Die Höhe der EPS Dämmplatten mit 50mm und den 20mm starken Platten für das Vertackern der FBH reichen also aus.







Als dann alles verlegt war, sind mir allerdings die Ablufttöpfe für die Küche, Abstellraum und Gäste-Bad im OG aufgefallen, da diese eine Aufbauhöhe haben die mit 80 mm also über den EPS schauen:




Für schwimmenden Estrich gilt: "Schwimmender Estrich darf keinen direkten Kontakt zu aufgehenden Bauteilen oder Rohrleitungen aufweisen."
Dass der Verlegeabstand mit 25 cm deutlich zu weit ist, das geht natürlich nicht anders, das ist OK.
Es wurde an einem Abwasserrohr vergessen Dämmung anzubringen, die Zuluftkästen wurden nicht abgeklebt mit Dämmstreifen, das kann auch vorkommen und das kann der Estrichleger noch beheben, aber dies ist ein klarer Mangel, was mein Sachverständiger nach meiner Mail auch gleich der Bauleiterin mitteilte. Hier ging es dann um die Einhaltung der Aufbauhöhe etc pp.

Dass hier natürlich nicht alles umgeplant werden kann ist klar, das steht in keinem Verhältnis. Von daher wurde eine Lösung gefunden mit der wir jetzt leben können und die von unserem Sachverständigen als nicht optimal aber ok abgenickt wurde. Die Deckel wurden jetzt mit Ethafoamstreifen überklebt, so dass keine harten Kanten mehr vorhanden sind und der Estrich "smooth" an der Kante anliegt.
Weiter hat HvH die Gewährleistung für den Estrich und diese Abluftkanäle auf 10 Jahre erweitert.


In meiner heutigen Mittagspause hatte ich dann einen Termin mit dem Tiefbauer für den Abwasseranschluss. Dieser machte einen sehr guten Eindruck, gab allerdings zu bedenken, dass die Ausführung des Tiefbauers bis zur Straße nicht optimal war, er hat das Abwasserrohr direkt vor einem Gulli enden lassen. Wir hatten ja schon über Erfahrungen mit ihm berichtet, kein weiterer Kommentar.

Danach hab ich dann noch kurz die Zeit genutzt, um mit den Estrichlegern zu sprechen oder vielmehr zu verständigen. Wir hatten beide leider nicht die gleiche Muttersprache, wodurch er auch nicht direkt verstand was ich von ihm wollte.
Rüdiger Hoffmann sagte damals in seinem Comedy-Programm mit Übersetzung auf unsere Baustelle:

"Man kann den Duschvorgang verschimmeln lassen, MUSS aber nicht"
- Man kann die Abluftkästen ordentlich entkoppeln ,MUSS aber nicht"
"Nö, er hat das auch gleich eingesehen"

Zumindest hat er das gesagt. Nett wie ich bin, hab ich ihn dann natürlich gefragt warum das aus seiner Sicht nicht ordentlich gemacht ist.
Nö, er hat dann auch gleich eingesehen, dass er es nicht eingesehen hat. Also hab ich ihm kurz versucht zu erklären, was der Sinn ist den Estrich von den festen Teilen zu entkoppeln, das hat er dann wirklich eingesehen, zumindest nachdem die Anweisung dann auch noch einmal von der zugeschalteten Bauleiterin kam. Ich hoffe dann einfach mal, dass das behoben wurde und dass der Ethafoamstreifen noch bis zum Boden ging später, ich musste ja wieder "anne Schüppe"



HvH hat dann jetzt beim Estrich Retanol beimischen lassen, um die Belegreife im Februar zu erreichen, da der 19.03. sonst schon sehr knapp gewesen wäre. Ende nächster Woche soll dann die FBH in Betrieb gehen,allerdings nicht mit unserer Wärmepumpe, da der Hersteller angeblich derzeit alle WP zurückhält... stattdessen wird eine temp. Heizungsanlage installiert, vollelektrisch versteht sich, so macht heizen Spaß, das gilt es noch im Detail zu klären, weiter wie die Vorgaben von PCT eingehalten werden für das Verbauen von Retanol-Estrich bei Temperaturen von unter 5°C etc.

Weiter macht mir noch der Heizkreisverteiler im OG Kopfzerbrechen, hier ist ein Überstromventil verbaut. Angeblich dient dies zur Sicherheit damit die WP Ihren Mindestdurchfluss erreicht. Nur hat derjenige auch bedacht, dass die WP zumacht wenn der Rücklauf zu warm ist? Dann ist es der WP auch egal ob es im EG kalt ist.


Schönes Wochenende! 

Samstag, 24. Januar 2015

Da geht was ...

...nur halt später als geplant. Aber ... Hey! Ist ist doch nett, dass überhaupt etwas geht!

Mal im Ernst, so war es geplant:

19.01. Start des Heizungsbauers
20.01. Tiefbau für die Hausanschlüsse
26.01. Hoffentlich ein paar m³ Estrich - verteilt.

so kam/kommt es, darüber hatte mich unsere Bauleiterin am 19.01. informiert:

21.01. Start des Heizungsbauers
20.01. Tiefbau für die Hausanschlüsse
29.01. Estrich
Anfang/Mitte Februar: Entfernen der Rigipsplatten

Und wieder 3 Tage verloren, egal, laut unserer Bauleiterin liegt alles im Soll und der 18.03. steht nach wie vor. Lassen wir uns überraschen, schließlich hab ich auch gehört, dass der Heizungsbauer am 19.01. kommt und der Estrichleger am 26.01.

Wie abgemacht kam also am 20.01. der Tiefbauer und hat die Straße aufgerissen. Am nächsten Tag wurde dann auch bereits Wasser und Strom angeschlossen. Es fehlt hier nur noch die Telekom die Ihren Teil abschließt, dann haben wir dieses Kapitel abgeschlossen.
Am 21.01. kam dann auch die von HvH beauftragte Heizungs-/Sanitärfirma und hat mit der Installation der Sanitär- und Lüftungsanlage begonnen. Wie ich das bis jetzt beurteilen kann, arbeiten die Herren ordentlich und ich habe bisher keine Beanstandungen.

Sehr überrascht waren wir dann am Donnerstag Abend als wir auf die Baustelle kamen. Der Heizungsbauer war bereits weg, da es auch schon fast dunkel war und die Haustür stand offen. Beim Betreten sahen wir dann zwei Gestalten im Wohnzimmer, zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass der Heizungsbauer doch noch vor Ort war, also habe ich mir erst einmal den HAR angeschaut.

Als ich dann ins Wohnzimmer kam, musste ich doch mal in das Gesicht der Kollegen scheinen und da kann die LEDLenser M7 mit Ihren 400 Lumen schon recht hell sein, ich denke sie hatten 1 Minuten später noch einen schwarzen Punkt im Sichtfeld. ;-)

Auf die Frage von welcher Firma sie seien kamen nur ratlose Blicke und die Bitte doch auf Englisch zu sprechen, da sie kein Deutsch verstehen. Da setzte sich das Puzzleteil zusammen, denn vor dem Haus stand ein Container mit Rigipsplatten. Der albanische Trockenbau-Subunternehmer hatte also zwei Freunde/Bekannte/Verwandte/ Arbeiter abgestellt, um die schimmeligen Platten raus zu nehmen.

Die Ankündigung, wann das erfolgen sollte, hatte also mal wieder nicht gepasst, aber das kennen wir ja mittlerweile. Die Bauleiterin schrieb am nächsten Tag, dass sie Mittwoch vor Ort war und das spontan mit dem Bauleiter des beauftragen Trockenbauers beschlossen hatten. Uns war es egal, die Platten sind raus und die neuen sollen auch erst kommen wenn der Estrich trocken ist.

Weiter hatte ich noch eine spannende Email Konversation bezüglich der zusätzlichen Heizkörper im Bad und der aktuelle Heizlastberechnung. Wir haben uns jetzt entschlossen, dass wir gar keine zusätzlichen Heizkörper ins Bad einbauen werden um dauerhaft die 24°C gewährleisten zu können.

Stattdessen werden wir entweder elektrische Handtuchheizkörper, Infrarotheizung als Spiegel oder Heizlüfter einsetzen, um das Bad kurzfristig auf die 24°C zu bringen wenn wir sie benötigen.

Warum?

  • Handtuchheizkörper haben generell eine zu geringe Wärmeabgabe bei 35°C Vorlauf
  • Bedenken mit der Hydraulik, wenn ein Plattenheizkörper in eine Fußbodenheizung integriert wird, da unterschiedliche Rohrduchmesser etc.
  • Heizleistung der Plattenheizkörper bei 35°C Vorlauf zu gering (HvH hatte 22/600/1800 geplant.)
  • Leistung bei 75°C Vorlauf 2300W, bei 35°C grad noch um 230W. Noch Größere? Nein Danke! ->
  • Plattenheizkörper kommen ohnehin aus ästhetischen Gründen nicht in Frage
  • Wir benötigen nicht dauerhaft 24°C in den Bädern und wollen auch nicht die nebenliegenden Räume mitheizen über die Bäder.

Die Firma wird die Heizkörper also verpackt vor Ort stehen lassen und wir verkaufen sie. Das spannendste war aber einmal mehr mein Lieblingsthema der Heizlastberechnung. Ich habe endlich Version 4 bekommen! Am 4.11. hatte ich ja bereits geschrieben, dass damit mal wieder einiges nicht passte. Auf einmal war die Heizlast in dem Bad im EG gesunken. Ein findiger "Heizlastberechnungsersteller" hatte kurzer Hand die Temperatur des angrenzenden, nicht beheizten Raumes (HAR), von 15°C auf 20°C erhöht, weiter wurde die Zuluft, die in allen Abluft-Räumen mit 12°C angesetzt war auf 20°C gesetzt. So bekommt man natürlich eine wesentlich bessere Bilanz für diesen Raum. Ein generelles Problem der HLB, die 12°C Zuluft sind ausschließlich in den Ablufträumen angesetzt, obwohl dort die Zuluft aus den beheizten Räumen kommt. Die 12°C Zuluft kommt eigentlich in allen Zulufträumen. Luftdichtheit ist mit 1.0h-1 angegeben, nicht mit 1.5h-1.

Hab dann die HLB noch einmal bemängelt bei HvH, weite Punkte sind mir auf den ersten 4 Seiten aufgefallen die nicht entsprechend der DIN EN 12831 erfolgt sind, z.B.sämtliche Vereinbarungen:
  • Vereinbarungen, Temperaturen wurden nicht mit uns vereinbart
  • Vereinbarungen, Mindestluftwechsel fehlt in allen Räumen außer Diele
  • Vereinbarungen, Wiederaufheizzeit wurde nicht ausgefüllt, obwohl eine Nachtabsenkung    eingetragen wurde
  • Temperaturen nach Vereinbarung ist angekreuzt, wurden aber nicht mit uns vereinbart
  • Absenkdauer 7 Stunden - Die wird es nicht geben! - nicht mit uns vereinbart
  • Luftwechsel in der Nacht 0,1h-1? Kein hygienischer Mindestluftwechsel

Den Rest hab ich mir dann gespart, es muss eigentlich alles noch einmal überprüft werden, aber von HvH, nicht von mir.
Ich bin also auf die nächste Version gespannt. Und schon ist der Artikel wieder viel zu lange worden...

Ein paar Bilder: